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| (Ludwig Uhland) |
| Wir haben heut' nach altem Brauch ein Schweinchen abgeschlachtet; der ist ein komisch ekler Gauch, der solch ein Fleisch verachtet. Es lebe zahm und wildes Schwein! Sie leben alle, gross und klein, die blonden und die braunen! Auch unser edles Sauerkraut, wir sollen's nicht vergessen' ein Deutscher hat's zuerst gebaut, drum ist's ein deutsches Essen. Wenn solch ein Fleischchen weiss und mild im Kraute liegt, das ist ein Bild wie Venus in den Rosen. So saeumet denn, ihr Freunde nicht, die Wuerste zu verspeisen, und lasst zum wuerzigen Gericht die Becher fleissig kreisen! Es reimt sich trefflich: Wein und Schwein und passt sich koestlich: Wurst und Durst, bei Wuersten gilt's zu buersten. Und wird von schoenen Haenden dann das schoene Fleisch zerlegt, das ist, was einem deutschen Mann gar suess das Herz beweget. Gott Amor naht und laechelt still Und denkt: "Nur dass, wer kuessen will, zuvor den Mund sich wischen!" Ihr Feunde, tadle keiner mich, dass ich von Schweinen singe! Es knuepfen Kraftgedanken sich oft an geringe Dinge. Ihr kennt jenes alte Wort, Ihr wisst: "Es findet hier und dort ein Schwein auch eine Perle". |